Prof. Dr. Neander verstorben

Wir trauern um unseren ehemaligen Landesvorsitzenden Prof. Dr. Eckhart Neander, der im Alter von 82 Jahren in Braunschweig verstorben ist. Zwölf Jahre lang, Von 2002 bis 2014 führte er unsere Organisation mit viel Geschick und Engagement. Die sogenannten Europatagungen „Das Baltikum und die Deutschen – gemeinsam in Europa“ waren jedes Jahr sein besonderer Höhepunkt, mit dem er die Verständigung zwischen Deutschen, Letten und Esten unterstützte. Zusätzlich war er sechs Jahre lang Bundesvorsitzender der DBGes. Seinen kritisch-positiven, höchst anspruchsvollen Geist, gegründet auf das ausgeprägte historische Bewußtsein, werden uns allen fehlen. Wir haben einen besonderen Menschen, einen besonderen Deutsch-Balten verloren und werden uns immer gerne an ihn erinnern.

Europatagung `16: Aktuelles und Kulturelles

Ein Suchender, Neuerer, Pionier, Individualist und Unvollendeter: So beschrieb Günter Kruse den weitgehend unbekannten baltischen Arzt und Psychotherapeuten Eugen von Grosschopff auf der Europatagung der Deutsch-Balten, die im Mai in Hannover stattfand.Es war nur einer der Vorträge, die auf der 19. Europatagung der Deutsch-Baltischen Gesellschaft in Niedersachsen die Besucher nachhaltig beeindruckten.

Zunächst zeichnete die aus Lettland stammende Journalistin Anda Godlinska die lettische Staatsgründung 1918 nach. Ihr Beitrag „Drei Nationalitäten, vier Ideologien und die Gründung des lettischen Staates“ zeichnete detailliert die komplizierten politischen und gesellschafrlichen zusammenhänge der Jahre 1914 bis 1919 nach. Mit Einzelheiten, die selbst gut informierten Deutsch-Balten neue Erkenntnisse verschafften.

Das Anliegen des Psychologen Günter Kruse war es, den Halbbruder seiner Mutter dem Vergessen zu entreißen. So berichtete er über das Leben und die Leistungen Grosschopffs, der schon in den 1920er und 1930er Jahren die Reformen in Medizin und Therapie gefordert hatte, die teilweise erst lange nach dem Krieg verwirklicht wurden. Dies erlebte der Arzt aber nicht mehr, denn er geriet mit der braunen Ideologie in Konflikt und kam 1941 in Gestapo-Haft ums Leben.

Der Berliner Turkologe Sebastian Cwiklinski behandelte die Auswirkungen der Annexion der Krim und der Ukraine-Krise auf das Baltikum. Schließlich stellte die Leiterin des Deutschen Kulturinstituts (DKI) in Dorpat, Malle Ploovits, ihre Einrichtung und dessen Aufgaben vor. Das Jahr 2017 wird für das DKI zum Schicksalsjahr, weil dann der Erhalt auf der Tagesordnung steht. Es geht, wie immer, ums Geld… (am/mz)

Westermann-Medaille für A. von Mickwitz-Runge und Karen Doehring

Die Deutsch-Baltische Gesellschaft in Niedersachsen e. V. hat die Jürgen-Westermann-Medaille des Jahres 2016 an Karen Doehring und Antonie von Mickwitz-Runge (beide Hamburg) verliehen.

Sie organisieren seit nunmehr 15 Jahren gemeinsam das „Baltische Familientreffen in Norddeutschland“. Es führt Jahr für Jahr bis zu 60 vor allem jüngere Deutsch-Balten zu einem vergnüglichen und lehrreichen Wochenende in der Lüneburger Heide zusammen. Gegründet wurde es 1999 als Wiedersehenstreffen ehemaliger Mitglieder baltischer Jugendgruppen und des Deutschbaltischen Jugend- und Studentenringes (DbJuStR). Inzwischen hat sich daraus ein generationenübergreifendes baltisches Netzwerk entwickelt. Die Angebote umfassen nicht nur kulinarische, spielerische oder tänzerische Programmteile, sondern auch Kreativ-Kurse, Diskussionen – beispielsweise zu Herkunft und Identität, Umsiedlung-Flucht-Neuanfang, Literatur oder die Information über baltische Persönlichkeiten bis hin zu aktuellen Themen mit Bezug zu Estland und Lettland.

Karen Doehring, Jahrgang 1954, erlebte schon in den 60er Jahren baltische Kinderfreizeiten, später leitete sie DbJuStR-Jugendfreizeiten. Die Pädagogin ist auch aktiv im Hamburger Baltenverband. Antonie von Mickwitz-Runge, Jahrgang 1958, Religionspädagogin und Krankenhausseelsorgerin nahm früh an baltischen Rüstzeiten und Freizeiten teil. Heute unterstützt sie u.a. den Verein Baltische Baudenkmäler und organisiert das Familientreffen ebenfalls seit 2002.

Die Deutsch-Baltische Gesellschaft in Niedersachsen e. V. dankte beiden Damen im Rahmen der Jahresversammlung für ihren langjährigen Einsatz im Dienst der deutsch-baltischen Sache. Landesvorsitzder Gernot Mantz übergab die neu gestaltete Jürgen-Westermann-Medaille und eine Urkunde an Antonie von Mickwitz-Runge.

„Essen verbindet uns – wie Musik!“

Mehr als 50 Mitglieder und Freunde der deutsch-baltischen Tischkultur trafen sich jetzt in Hannover zur „1. Deutsch-Baltischen Tafelrunde“. Gleichzeitig fand die jährliche Mitgliederversammlung statt. DBGes.-Landesvorsitzender Gernot Mantz stellte fest: „Essen verbindet uns wie Musik“. Er begrüßte u.a. den Bundesvorsitzenden Christian von Boetticher, den Gf. Bundesvorsitzenden Andreas Hansen sowie weitere deutsch-baltische Prominenz. Das Bild zeigt einen deutsch-baltischen Geburtstagskringel – zur Feier der ersten Tafelrunde. Nächste größere Veranstaltung ist die „Europatagung“ unter dem Motto „Das Baltikum und die Deutschen – gemeinsam in Europa“ am 7. Mai 2016 im Begegnungszentrum Albertinum in Hannover (siehe auch -> Termine).                                                                                                                                                                                                                                                 typischer d-b Geburtstagskringel